Trinkwasser! Ein schützenswertes Gut!

Auf der Agenda der Gemeinderatssitzung vom 28. August 2019 standen Anträge von HLL und Anfragen von Grünen zur Trinkwasserversorgung von Haßloch an. Sie wurden zur weiteren Behandlung an den Aufsichtsrat der Gemeindewerke verwiesen. 

Wir glauben, dass die Beratung dieses Themas von öffentlichem Interesse ist und deswegen in den Gemeinderat und nicht hinter verschlossene Türen in den Aufsichtsrat eines Unternehmens gehört– gemäß den Vorgaben des Transparenz-Gesetzes. 

Sauberes, (weitgehend) schadstofffreies Trinkwasser geht uns alle an und ist unser Anspruch!

 

Im Folgenden daher eine Zusammenfassung des komplexen Themas.

 

Haßlocher Trinkwasser sei nicht gefährdet, reklamiert der Chef des Versorgers, Herr Brandt, im Gemeinderat (s. Rheinpfalz vom 3. September 2019). In einer Stellungnahme der GWH zu einem Antrag der HLL vom 16.02.2016 lautet es unter Pkt. 3, --Situation der Haßlocher Trinkwasserversorgung zum jetzigen Zeitpunkt-- wie folgt:

 

>>“Dies könnte uns auch Erkenntnisse über die dauerhafte Nutzung des Grundwassers liefern und die noch nicht geklärte Problematik der in den nächsten Jahrzehnten zu erwartenden steigenden Nitratwerten im Gewinnungsgebiet “Benzenloch” entspannen”!

Unterschrieben ist dieses Dokument von Harald Schäfer am 24.03.2016.<<

Hinzukommen „moderne“ Stoffe wie Nitrat, Glyphosat etc. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese das Wasser belasten (<<von unten hochgezogen, zweiter Satz bei “Wo liegt das Problem?”)

 

Er kann nicht anders, er sitzt zwischen Bürgermeister, Genehmigungsbehörde (SGD), verantwortlich für Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg seines Unternehmens, unter der Kontrolle des Aufsichtsrats mit orts-fremder Mitbestimmung seitens THÜGA und hat gar keine andere Wahl.

 

Notfalls wird weiter und tiefer nach Wasser gebohrt, gefiltert, Wolken angezapft, am Ende gar mit Flaschen und Kanistern gehandelt - in Konkurrenz zu Edeka, Lidl, Real, Rewe u.a. Unser Alptraum oder doch ein einträgliches Geschäftsmodell? 

Andernorts schon Realität! Ach, hätte der Chef des Versorgers dochzwei Seelen in seiner Brust! Dann wäre seine Orientierung leichter. Oder bekäme er wenigsten eine vernünftige politische Vorgabe seitens des Gemeinderats!

 

Wo liegt das Problem? 

Haßloch fördert sein Trinkwasser aus dem Benzenloch, einer alten Müllkippemit erheblichen Altlasten. . 

Zugegeben, es dauert vielleicht noch Generationen. Aber genau für diese gilt es vorzusorgen. Weiterhin steigt der Wasserbedarf pro Kopf, auchdurch die drei hinzukommenden Neubaugebiete in Haßloch, die sehr wahrscheinlich steigenden Einwohnerzahlen in Iggelheim und eine geplante Erweiterung des Gewerbegebietes“ Nördlich des Bahndamm”!Allerdings sind die Vorräte begrenzt. Am Ende stellt sich die Frage, wer wann für das knappe, trinkbare Element Wasser in die Tasche greifen muss und zwar wie tief. Derzeit rechnet man mit einem Trinkwasserbedarf von pro Person/Tag mit ca 120-130 l! Diese Berechnung kann durchaus aufgrund der trockenen Sommer und regenarmen Winter zukünftig weiter drastisch steigen!

 

In Kenntnis der o.g. Fakten wurde schon vor Jahrzehnten das Trinkwasserreserve-Gebiet im Mittelwald ausgewiesen und die Förderrechte gesichert. Diese werden verwirkt, wenn nichts davon bis Ende 2021 in Anspruch genommen wird.

 

Was ist das Gebot der Stunde?

Einerseits die kritische Beobachtung, wie sich die Gefährdung im Benzenloch weiter- entwickelt und steigert, um rechtzeitig Notmaßnahmen in die Wege zu leiten. Zum andern dafür zu sorgen, dass noch vor Ablauf von 2021 mit der Förderung von Trinkwasser im Mittelwald begonnen wird. 

Diese Förderung ist mit einem, im Verhältnis zur Investition in die geplante Rehbachverlegung (Planung von ca €5 Mio, neue Schätzungen sehe eine Verdopplung), erkläglich geringen Betrag realisierbar.

Mit diesem zusätzlichen unbelasteten Wasser könnten auf lange Sicht die Grenzwerte von Schadstoffen im Trinkwasser eingehalten und der Mehrbedarf abgefangen werden. 

Von dieser Option wollen die Verantwortlichen und unsere Volksvertreter mehrheitlich derzeit nichts mehr wissen!

 

Offensichtlich wurde die Brisanz des Themas von vielen gar nicht begriffen.Nun soll sich der Aufsichtsrat der Gemeindewerke damit beschäftigen. Zuständigkeits-halber. Und unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ausgerechnet das Kontrollorgan für den wirtschaftlichen Erfolg des Versorgungsunternehmens.

 

Zur Sicherung von Trinkwasser strebt die SGD die Ausweitung des Wasserschutzgebiets Benzenloch an. Es werden Jahre vergehen, bis dies durchgesetzt werden kann – und dann haben wir es – langfristig gesehen – immer mit belastetem Wasser zu tun.

 

Dagegen ist die Haßlocher Trinkwasserreserve unbelastet. Bleibt o.g. Frist ungenutzt, setzt ein langwieriges Antrags- und Genehmigungsverfahren zur Erlaubnis der Förderung ein. Letztlich muss nach derzeitiger Handhabung das Waldgebiet ebenfalls zum Wasserschutzgebiet erklärt werden. Nach der Rehbachverlegung wäre dies aktuell nicht möglich. So schließt sich der Kreis von Unvernunft in der Politik. 

 

Schilda lässt grüßen!

 

15.September 2019


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Videos, Interviews & mehr

Infotext zu den beiden Filmen "Schützt unser Trinkwasser Haßloch Teil 1 und Teil 2"

 

Neu -Rehbach-Seitenarm auf 3,6 Km

Im Frühjahr 2012 entstand die Idee der Rehbachverlegung. Keine Gedanken gab es weder für den Schutz des Industriegebietes Süd, den Naturschutz noch über die Sicherstellung mit Trinkwasser für Haßloch, Duttweiler und Iggelheim!

1986: Zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung vergab die GWH, unter Führung der  SPD,Untersuchungsaufträge in der Gemarkung Haßloch (Mittelwald- MW). Anlass war die Sorge um die Altlasten im auch heute noch aktuellen Gewinnungsgebiet „Benzenloch“. (siehe Folie Nr.5)

Pumpversuche im MW führte BCE im September 1987durch.                                                                                              Folgerungen u.a.:„im MW ist eine   Wassergewinnung ohne ungünstigen Einfluss auf den Wald möglich“.  „Aus dem Gebiet Benzenloch ist keine Steigerung der Entnahme möglich, es kann auch nicht garantiert werden, dass jederzeit einwandfreies Trinkwasser bereit gestellt werden Kann“.                                                                                                                                               „Eine Erweiterung der Wassergewinnung soll deshalb unbedingt im MW erfolgen“  Als Folge der positiven Ergebnisse erklärte die Bezirksregierung (SGD) den (siehe Folie2)                                                                                                         Mittelwald als Trinkwasserreserveschutzgebiet, gültig bis 2022.

Diese Rechtsverordnung wurde klammheimlich gelöscht! Warum? Um das Bau-Vorhaben  nachträglich zu sichern. Ein Vorhaben das sich zum privaten Prestige hochstilisierte. Die Schneise mit 5000 gefällten Bäumen verläuft rücksichtslos über vorhandene Brunnen (siehe Folie 3).                                                                                                                                               Als das Argument Neurehbach wegen HW-Schutz als falsch entlarvt war kam als Rechtfertigung „Renaturierung“ ins Spiel. Von den 3,6 Km ist das nur für 39 % möglich. Den wirksamen HW-Schutz lieferte das 1978er Hochwasser. (siehe Folie 9)

 

Videos, Interviews & mehr

Ist unsere Trinkwasserversorgung gefährdet?

NEWS

Stand 18.Juli 2019

Altablagerungen wie Batterien, Altöl, Autowracks, befinden sich im Erdreich vor den Trinkwasserbrunnen im Benzenloch. Weitere Belastungen werden nicht ausgeschlossen, deshalb fordern wir weitere Untersuchungen, z.B. Kampfmittel. Die Nitratbelastung wird steigen. In welchem Ausmaß, ist nicht untersucht. Die Entnahmemenge ist an der Grenze im Benzenloch. 

 

Richtiges Vorgehen wäre, das Gebiet westlich des Wasserwerkes Benzenloch zu sanieren.

 

Für den Fall, dass das Wasserwerk Benzenloch ausfällt, brauchen wir ein Ersatz-Wassergewinnungsgebiet. Vor rund 30 Jahren wurde das Wassergewinnungsgebiet im Mittelwald als einzige geeignete Möglichkeit untersucht, Trinkwasser zu fördern. Dieses Gebiet muss geschützt bleiben!

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Wasser.zip
Komprimiertes Archiv im ZIP Format 45.9 MB

Zu diesem Thema haben wir eine tolle Zusammenstellung vom benachbarten Verein aus Lachen-Speyerdorf Das Projekt [51] e.V. für Kunst & Kultur gefunden:  

http://www.projekt51.com/archiv/




Quellen: Homepage SGD Süd STRUKTUR- UND GENEHMIGUNGSDIREKTION SÜD, Eigenrecherche und BUND Thomas Deigentasch (Naturschutzbeauftragter Haßloch), Projekt51, Kreisverwaltung Bad Dürkheim